Gründerinterview mit Till Ohrmann

Wir haben uns mit PIRATE.global-Gründer Till Ohrmann getroffen und ihn nach seinen Tipps für gründungsinteressierte Studierende gefragt! Hier erzählt er Euch, wie er sein erstes Unternehmen gegründet hat und wie er auf die Idee für PIRATE.global gekommen ist. Jeder Kölner, der sich für Startups interessiert, kennt auch dessen Events wie den OMClub oder den PIRATE Summit.

ECC: Hi Till! Du lässt die Startup-Szene mit Deinem Unternehmen pulsieren. Zum Einstieg würde uns gleich interessieren, wie denn die Anfänge aussahen. Wie bist Du auf die Idee für PIRATE.global gekommen?

Till Ohrmann: Gute Frage. Ich war damals Master-Student und auch schon Gründer. Ich wusste, dass ich gerne im Gründer-Umfeld unterwegs bin. Wie üblich habe auch ich mit einem Hobby-Projekt begonnen, für das ich gebrannt habe. Ich besaß einen kleinen Blog, in dem ich über Startups und Investoren schrieb und fragte mich: Was würde passieren, wenn man diese Leute, über die ich schrieb, zusammenführt? Als Team aus vier Leuten sind wir dann durchgestartet. Wir wollten an meiner Uni in Iserlohn eine Gründer-Konferenz organisieren und haben um die 60 Gründer dafür mobilisiert. Die Idee kam gut an, aber der Standort Iserlohn nicht. In Köln trafen wir dann auf vier Beiräte, die schon länger in der Gründerszene unterwegs waren. Wir haben unsere Zeit und Leidenschaft mit ihrem Wissen und Netzwerk kombiniert. Das war der Startschuss für den ersten PIRATE Summit.

ECC: Das ist echt ein cooles Event. Wie ging es weiter? Mittlerweile organisiert PIRATE.global ja zahlreiche Veranstaltungen.

Till Ohrmann: Es kam bombastisch gut an. Leute aus aller Welt sprachen uns an und erzählten uns, dass sie dieses Event auch bei ihnen brauchen. Kurzgesagt: Nach drei, vier Jahren entwickelte sich das ganze weiter zu einem Unternehmen. Seitdem wachsen wir stetig und sind immer fokussiert auf unsere Ursprungsidee, Gründern zu helfen.

ECC: Du hast am Anfang gesagt, dass Du bei der Gründung Deines jetzigen Unternehmens bereits Gründer warst. Wie kam es denn zu dieser ersten Gründung?

Till Ohrmann: Ich habe eine duale Ausbildung in einer Steuerberater-Kanzlei gemacht und dort festgestellt, dass der Karriereweg zum Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer nicht der richtige für mich ist. Also suchte ich in der Kanzlei nach Aufgaben, die nichts direkt mit Buchhaltung oder Jahresabschlüssen zu tun hatten. Ich habe mich zum Beispiel gefragt: Welche derzeitigen Softwarelösungen kann man verbessern? Da musste ich mich auch nicht lange umschauen. An vielen Stellen gab es einige Softwares, die schwerfällig und kompliziert waren. Mit einem Kollegen zusammen habe ich dann eine neue Plattform im Bereich der Unternehmensbewertung gebaut. Wir haben damit kein großes Geld verdient, konnten aber unser weiteres Studium finanzieren und auch einen kleinen Exit hinlegen.

ECC: Und dann bist Du in der Gründerszene geblieben?

Till Ohrmann: Genau. In dieser Zeit habe ich Blut geleckt. Ich hatte die Freiheit, meine Arbeit und meine Tage selbst zu gestalten und diese Freiheiten auch von meiner Kanzlei bekommen. Ich habe gemerkt: Wenn ich das weiterverfolge, kann ich meinen eigenen Weg schaffen. Seitdem weiß ich, dass das Unternehmertum für mich der richtige Weg ist.

ECC: Hast Du darüber hinaus noch Tipps für Studenten, die neben dem Studium gründen wollen? Wie legt man los?

Till Ohrmann: Es gibt vermutlich wenig risikoärmere Zeiten zum Gründen als die Studienzeit – gerade beim Faktor Zeit. Ein weiterer Punkt ist: Lasst nicht locker! Man sollte sich von ein, zwei oder auch hundert Rückschlägen nicht zu Boden drücken lassen. Trotzdem muss man abwägen: Ist das die investierte Zeit wert? Daher mein dritter Rat: Sucht Euch zwei oder drei Mentoren, die Euch begleiten und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nicht unbedingt Shareholder oder Teilhaber, sondern einfach Leute, die schon gegründet und dieselben Phasen schon einige Male durchgemacht haben. Also Mentoren, die eingreifen, wenn Ihr auf dem falschen Pfad unterwegs seid, und dann gute Ratschläge haben. Sei es zu Mitarbeitern, Mitgründern oder der Teamkultur.

ECC: Lieber Till, wir danken Dir für Deine Ratschläge und für das Interview!

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